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© 2025 All rights for HUMANDIMENSIONS | created by IMPTING
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„Ich hatte im Leben immer Glück.“ Wenn ich das sage, ernte ich oft skeptische Blicke. Als würde ich behaupten, dass Erfolg vom Himmel fällt, ohne dass man etwas dafür tun muss. Dabei ist diese Aussage für mich längst keine Selbstbeweihräucherung mehr, sondern das Ergebnis einer jahrelangen Beobachtung. Einer Beobachtung, die für mich schon früher zu einer überraschenden Erkenntnis geführt hat: Was wir Glück nennen, hat viel weniger mit Zufall zu tun, als wir denken.
Interessant ist, dass die Glücksforschung diese Intuition bestätigt. Menschen mit einem „internen Locus of Control“ – also dem Glauben, dass sie ihr Leben selbst beeinflussen können – berichten signifikant häufiger über Lebenszufriedenheit als jene, die ihre Umstände hauptsächlich äußeren Faktoren zuschreiben. Was ich unbewusst praktiziert hatte, hat die Wissenschaft längst als Schlüsselfaktor für Wohlbefinden identifiziert.
Wenn ich heute auf meine Laufbahn zurückblicke, sehe ich ein Muster, das sich schon früh abgezeichnet hat. Bereits in meinen frühen Zwanzigern bekam ich Verantwortung für Teams übertragen. Ein klassischer Karrierestart, könnte man denken. Doch dann kam meine erste bewusste „Rückwärts“-Entscheidung: Ich gab die Führungsaufgabe auf, um als Assistent für einen Manager zu arbeiten. Für Außenstehende sah das vielleicht aus wie ein Rückschritt. Für mich war es eine bewusste Wahl, um zu lernen. Das Ergebnis? Mir flog die nächsthöhere Führungsposition zu, ohne dass ich mich dafür aktiv in Stellung gebracht hätte.
Jahre später wiederholte sich dieses Muster in noch größerer Form. Ich verließ ein Unternehmen, weil ich unter neu geschaffenen Führungsbedingungen keine Perspektive sah. Eine bewusste Entscheidung, aber auch ein Sprung ins Ungewisse. Und ja, es machte mich nachdenklich. Die üblichen Zweifel stellten sich ein: Hatte ich einen Fehler gemacht? War ich zu vorschnell gewesen? Würde ich bereuen, was ich aufgegeben hatte?
Drei Monate später wollte ich meinen neuen Job bereits wieder aufgeben – die Reisezeiten passten nicht zu meinem Privatleben. Wieder diese nagenden Fragen: Bin ich zu wählerisch? Schaffe ich es überhaupt, das Richtige zu finden? Aber anstatt in der Ungewissheit zu verharren, machte ich weiter. Suchte nach Lösungen. Da holte mich mein vorheriger Arbeitgeber aktiv zurück. Sie hatten festgestellt, dass ihre Personalentscheidungen nicht funktioniert hatten. Ich kehrte zurück, mit mehr Verantwortung und höherem Gehalt.
Doch die Wendungen gingen weiter. Nach einer erfolgreichen Großprojekt-Umsetzung wurde ich zugunsten eines erfahrenen Managers „degradiert“ und durfte ein kleines Spezialteam für Projektmanagement aufbauen. Der erste Gedanke? Frustration. War meine Arbeit nicht gut genug gewesen? Wurde ich abgeschoben? Aber wieder: weitermachen. Das vermeintliche „Klein-Team“ eröffnete mir die Kapazitäten für eine entscheidende Rolle bei einer SAP-Einführung. Diese Erfahrung wiederum ermöglichte mir den nächsten Karriereschritt.
Was ich heute verstehe: Diese Wendepunkte fühlten sich nie wie Geschenke an. Sie kamen mit Unsicherheit, mit der Angst vor dem Unbekannten, mit der Sorge, das Falsche zu tun. Das Entscheidende war nicht das Vertrauen, dass alles gut werden würde – das kam erst später. Das Entscheidende war die Bereitschaft, trotz der Zweifel den nächsten Schritt zu machen. Weiterzumachen, auch wenn der Weg unklar war.
Siehst du das Muster? Jeder scheinbare Rückschritt, jede Unterbrechung, jede Wendung erwies sich im Nachhinein als Baustein für etwas Größeres. Doch lange Zeit nahm ich das einfach hin, ohne zu verstehen, was wirklich passierte.
Die Psychologin Carol Dweck würde das wohl als „Growth Mindset“ bezeichnen – die Überzeugung, dass Herausforderungen Chancen für Entwicklung sind, nicht Bedrohungen für das Ego. Unbewusst hatte ich mir angewöhnt, in Rückschlägen Lernmöglichkeiten zu sehen, statt sie als Beweis für mein Versagen zu interpretieren.
Bei genauerer Betrachtung erkenne ich heute: Dieses tiefe Vertrauen, dass am Ende immer alles gut wird, war schon immer in mir. Aber erst durch die Erfahrungen konnte ich es bewusst wahrnehmen und wertschätzen. Es war, als würde ich einen Muskel entdecken, den ich unbewusst schon immer benutzt hatte.
Dieses Vertrauen hat nichts mit blauäugiger Naivität zu tun. Die Resilienzforschung zeigt, dass Menschen mit starken Bewältigungsstrategien nicht weniger Krisen erleben – sie gehen nur anders damit um. Sie haben die Fähigkeit entwickelt, auch in schwierigen Situationen Handlungsoptionen zu erkennen und zu nutzen. Genau das war bei mir der Fall.
Es geht nicht darum zu glauben, dass alles automatisch gut wird, ohne dass ich etwas dafür tue. Vielmehr ist es die tiefe Überzeugung, dass jede Situation – auch die schwierigen – Potenzial für Wachstum und neue Möglichkeiten birgt. Dass es immer einen Weg gibt, wenn ich bereit bin, ihn zu suchen und zu gehen.
Die stärkste Erfahrung dieser Art machte ich als Geschäftsführer einer Premium-Marke. Das Unternehmen brauchte einen Strategiewechsel, um planbarer in die Profitabilität zu kommen. Im Zuge dieser Neuausrichtung und nach einer intensiven Phase erhielt ich die Kündigung. Zunächst ein Schlag. Heute sehe ich es anders: Ganz unabhängig davon, ob ich es technisch gesehen hinbekommen hätte, wurde ich nicht in die schwierige Situation gebracht, das Unternehmen neu auszurichten und damit verbunden schwere Entscheidungen zu treffen. Solche Entscheidungen gehören auf dem Weg wohl dazu, ob als Betroffener oder Ausführender.
Das wirkliche Glück zeigte sich aber im Prozess der Neuorientierung. Statt schnell den nächsten Job zu suchen, entschied ich mich für einen anderen Weg: Ich nahm mir die Zeit für echte Selbstreflexion und professionelle Unterstützung.
Was als drei Monate „Gesprächstherapie“ begann, entwickelte sich zur Stärkung meiner Resilienz und Erarbeitung von Strategien. Daraus wurde Persönlichkeitsentwicklung und die Ausarbeitung meiner Erfolgsmuster. Am Ende stand eine klare Positionierung: Die Möglichkeit HUMANDIMENSIONS zu erschaffen war da.
Diese Erfahrung mit bewussten Entscheidungen beschränkte sich nicht auf das Berufliche. Auch in anderen Lebensbereichen hatte ich gelernt, dass sich manchmal Systeme neu ordnen müssen. Jede Beziehung, jede Aufgabe und jede Verbindung war wichtig und hatte mich gelehrt, was ich wirklich brauche. So haben meine Frau und ich heute unsere wundervolle kleine Familie. So habe ich mich auf den Weg gemacht, aus mir heraus zu handeln. Auch hier galt: Nicht alle Entscheidungen fühlten sich zunächst leicht an, aber sie führten zu dem Leben, das wirklich zu mir passt.
Aus der scheinbar größten Niederlage meiner Laufbahn entstand meine authentische Berufung. Der Sprung in die Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung. Was die Psychologie als „eudaimonisches Wohlbefinden“ beschreibt – Glück, das aus Sinnhaftigkeit und authentischem Selbstausdruck entsteht, nicht aus äußeren Belohnungen. Was wäre gewesen, wenn ich in dem Unternehmen geblieben wäre? Wenn ich nach der Kündigung schnell den nächsten Geschäftsführer-Posten gefunden hätte? Ich wäre nie dort angekommen, wo ich heute bin.
Diese Erfahrungen haben mein Verständnis von Glück verändert. Was früh unbewusst geschah, erkenne ich heute als Ergebnis bewusster Entscheidungen. Glück ist nicht etwas, was mir zufällig widerfährt. Es ist die Konsequenz davon, wie ich mit dem umgehe, was mir widerfährt.
Martin Seligman, Begründer der Positiven Psychologie, unterscheidet zwischen hedonischem und eudaimonischem Glück. Das erste ist kurzfristig und abhängig von äußeren Umständen – der Kick des Erfolgs, das Vergnügen des Konsums. Das zweite ist nachhaltig und entspringt der Verwirklichung unserer Potenziale, dem Gefühl von Sinn und authentischem Engagement.
Im Verlauf des Lebens gewinnt man nicht nur Erfahrung, sondern auch mehr Verantwortung. Für Familie, für einen gewissen Lebensstandard, für Kunden u. v. m. Was oft zu kurz kommt: die Verantwortung für sich selbst. Ganz persönlich, auf allen Ebenen. Wir lernen über uns, aber erkennen wir auch die Verantwortung, die wir für uns selbst haben?
Heute fühlt sich Glück für mich rationaler an, beeinflussbarer. Es findet bedingungsloser statt, mehr im Moment, im Machen sogar oft mehr als im Ergebnis. Wenn ich morgens an meinem Schreibtisch sitze und spüre, dass die Arbeit, die ich mache, authentisch aus mir kommt – das ist Glück. Wenn ich in einem Beratungsgespräch sehe, wie bei einem Klienten der Groschen fällt – das ist Glück. Wenn ich zu Hause bin und ganz präsent mit meiner Familie sein kann – das ist Glück.
Das erinnert mich an das Flow-Konzept aus der Psychologie: Glück entsteht oft nicht als Nebenprodukt der Zielerreichung, sondern im Prozess selbst. In der völligen Hingabe an eine Tätigkeit, die unseren Fähigkeiten entspricht und uns herausfordert.
In meiner Arbeit mit Führungskräften und Unternehmen – und früher auch bei mir selbst – beobachte ich häufig das Gegenteil. Menschen, die ihr Glück externalisieren. Die warten, dass sich die Umstände ändern, statt zu erkennen, welchen Einfluss sie selbst haben. Die sich beschweren über mangelnde Wertschätzung, statt zu reflektieren, wie sie selbst wertschätzend agieren. Die auf den perfekten Moment warten, statt den gegenwärtigen Moment zu nutzen.
Oft höre ich Sätze wie: „Wenn mein Chef endlich…“, „Wenn die Strukturen sich ändern…“, „Wenn die Marktbedingungen besser werden…“. Dahinter steckt die Überzeugung, dass Glück von außen kommen muss. Dass Zufriedenheit und Erfolg Geschenke sind, die das Leben manchmal verteilt und manchmal nicht.
Die Forschung zu Selbstwirksamkeitserwartung von Albert Bandura zeigt deutlich: Menschen, die überzeugt sind, Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können, sind nicht nur erfolgreicher – sie sind auch zufriedener und widerstandsfähiger gegenüber Stress. Sie entwickeln das, was Psychologen „Agency“ nennen – die Fähigkeit, ihr Leben aktiv zu gestalten statt es passiv zu erdulden.
Doch was wäre, wenn wir Glück systemischer betrachten? Wenn wir erkennen, dass es nicht nur um äußere Umstände geht, sondern um die Art, wie wir mit diesen Umständen umgehen? Wenn wir verstehen, dass unsere Wahrnehmung, unsere Entscheidungen und unsere Haltung maßgeblich mitbestimmen, was wir als glücklich oder unglücklich empfinden?
„Glück ist, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft“ – dieser Satz bekommt für mich eine immer tiefere Bedeutung. Die Vorbereitung besteht nicht nur aus fachlichen Kompetenzen oder strategischer Planung. Sie besteht aus der Arbeit an sich selbst. Aus der Bereitschaft, sich zu reflektieren. Aus dem Mut, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Aus dem Vertrauen, dass Wachstum manchmal durch scheinbare Rückschritte führt.
Seligmans PERMA-Modell fasst zusammen, was nachhaltiges Wohlbefinden ausmacht: Positive Emotionen, Engagement, Relationships, Meaning und Achievement. Unbewusst hatte ich in allen diesen Bereichen investiert – durch authentische Beziehungen, sinnvolle Arbeit und die Bereitschaft, mich voll einzubringen und einzulassen.
Die Gelegenheiten sind oft schon da, aber wir erkennen sie nicht. Oder wir erkennen sie, aber trauen uns nicht, sie zu ergreifen. Oder wir warten auf die „perfekte“ Gelegenheit und verpassen dabei die guten Möglichkeiten, die direkt vor uns liegen.
Wenn ich heute Menschen in Transformationsprozessen begleite, geht es genau darum. Es geht nicht darum, ihnen zu sagen, was sie tun sollen. Es geht darum, sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Muster zu erkennen. Ihre eigenen Stärken zu entdecken. Ihr eigenes Vertrauen zu entwickeln. Ihre eigene Verantwortung für ihr Glück zu übernehmen.
Wenn du bis hierhin gelesen hast, lade ich dich zu einem Experiment ein. Nimm dir eine halbe Stunde Zeit und denke an die letzten fünf Jahre deines Lebens. Nicht an die großen Erfolge oder die offensichtlichen Glücksmomente. Denke an die Wendepunkte. An die Situationen, die sich zunächst schwierig oder enttäuschend angefühlt haben.
Die Glücksforschung nennt das „Benefit Finding“ – die Fähigkeit, in schwierigen Erfahrungen positive Aspekte zu entdecken. Menschen, die diese Fähigkeit entwickeln, zeigen höhere Lebenszufriedenheit und bessere psychische Gesundheit.
Frage dich:
Vielleicht entdeckst du dabei ein Muster, das du bisher nicht bewusst wahrgenommen hast. Vielleicht erkennst du, dass auch du „immer Glück hattest“ – aber nicht durch Zufall, sondern durch die Art, wie du mit dem Leben umgehst.
Wie ein Baum, der seine Wurzeln tief in die Erde senkt, braucht auch unser Glücksempfinden ein solides Fundament. Oberflächliche Glücksmomente kommen und gehen wie Blätter im Wind. Wahres Glück aber wächst aus der Tiefe. Aus der Kenntnis unserer selbst. Aus dem Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Aus der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – auch und gerade für unser eigenes Wohlbefinden.
In einer Welt, die uns ständig suggeriert, dass Glück käuflich ist oder von äußeren Umständen abhängt, ist das eine durchaus radikale Haltung. Es bedeutet, vom passiven Konsumenten zum aktiven Gestalter des eigenen Lebens zu werden. Es bedeutet, zu erkennen, dass wir mehr Einfluss haben, als wir oft denken.
Das heißt nicht, dass wir alles kontrollieren können oder sollen. Es heißt aber, dass wir bewusst entscheiden können, wie wir mit dem umgehen, was uns begegnet. Dass wir wählen können, welche Bedeutung wir den Ereignissen in unserem Leben geben. Dass wir die Verantwortung für unser eigenes Glück übernehmen können und sollten.
Glück beginnt nicht in der Zukunft, wenn alle Umstände perfekt sind. Es beginnt nicht in der Vergangenheit, in einer idealisierten Zeit, die es so vielleicht nie gab. Glück beginnt jetzt, in diesem Moment, mit der Entscheidung, das Leben bewusst zu gestalten statt es einfach geschehen zu lassen.
Wenn du morgen früh aufwachst, kannst du dich fragen: Wie kann ich heute bewusst zu meinem eigenen Glück beitragen? Nicht durch große Gesten oder dramatische Veränderungen. Sondern durch kleine, authentische Entscheidungen. Durch Präsenz in dem, was du tust. Durch Dankbarkeit für das, was da ist. Durch den Mut, einen Schritt in die Richtung zu machen, die sich richtig anfühlt.
Vielleicht stellst du dann fest, dass auch du „immer Glück hattest“ – nicht weil das Schicksal es gut mit dir meinte, sondern weil du gelernt hast, in jedem Moment die Möglichkeit für Wachstum und Freude zu sehen.
Bewusstes Glück wartet nicht darauf, gefunden zu werden, es wartet darauf, gelebt zu werden.
Was ist deine Geschichte? Welche scheinbaren Umwege haben sich in deinem Leben als Glücksfälle erwiesen? Du möchtest erkunden, wie du von der passiven Erwartung zur aktiven Gestaltung deines Glücks wechseln kannst? Oder fragst dich, wie diese Prinzipien in deinem Führungsalltag wirken können? Vielleicht willst du auch einfach mehr über meine Erfahrungen auf diesem Weg hören – ich teile gerne, was ich gelernt habe. Denn am Ende entsteht wahres Glück oft in der Begegnung mit anderen Menschen – auch das habe ich gelernt.
